Jan 152016
 

mann_ueber_wort_lattenkracher_iconHeute erfolgt der Anpfiff zum Kakerlaken-Sitting in der australischen „Wildnis“ – und ich guck’s mir allen Ernstes an. Dabei wollte ich nach den bei meinem Selbstversuch gemachten Erfahrungen nie wieder Reality-TV glotzen. Aber hey, Grimme-Preis-Nominierung und so, falls sich daran noch jemand erinnert. Ich bin beim Fremdschämen also in guter Gesellschaft. Ob Bildungsbürger, ob Ballermann-Proll – die Faszination Dschungelcamp kennt ja seit jeher keine sozialen Schranken.

Ausserdem – es sei hier noch mal betont – gibt es für mich nur einen ganz bestimmtem Grund, mir das anzutun: die Teilnahme von Thorsten Legat, seines Zeichens Trainer meines Heimatvereins FC Remscheid.

Wer verstehen will, warum ich mich ausgerechnet wegen Thorsten Legat dem Stress des Dschungelcamp-Guckens aussetze, muss auch Fußball-Romantik und Fußball-Nostalgie verstehen, und wie sie auf das Gemüt eines Fußball-Verrückten wirken. Wobei besagte Nostalgie recht wenig mit Legat, aber umso mehr mit dem FC Remscheid zu tun hat.

Zwar schlägt mein Herz seit frühester Jugend für den Stern des Südens – nicht zuletzt aufgrund meiner Faszination für das Spiel eines der genialsten Duos in der Geschichte des deutschen Fußballs, Paul Breitner und Karl-Heinz Rummenigge. Das heißt aber nicht, dass ich die großartigen Fußball-Momente vergessen hätte, die in früheren Zeiten quasi direkt vor meiner Haustür stattfanden. Und die ich für kleines Geld, versorgt mit der zwischenzeitlich (laut offiziellem Test durch das Fachmagazin Kicker) besten Stadion-Bratwurst der Nation, dafür ohne vor dem Remscheider Regen schützendes Tribünendach über dem seinerzeit noch üppig behaarten Kopf, erleben durfte.

Ich bin meinem verstobenen Vater übrigens sehr dankbar für seine Toleranz und seine Integrationsfähigkeit – als gebürtiger Wuppertaler, Wohnsitz-Remscheider und Fußballfan war er nämlich eigentlich im Herzen immer noch dem Wuppertaler SV verbunden, zwang mich aber trotzdem nicht grundlos ins Stadion am Zoo, sondern ging mit mir bei zahlreichen Gelegenheiten zum FCR. Aufgrund seiner Wurzeln war das beileibe keine Selbstverständlichkeit! Danke, Paps.

Hach, damals… als Fußball-Romantik noch Fußball-Alltag war, weil: es gab ja nix anderes. Jedenfalls nicht in Remscheid.

Das Röntgen-Stadion wurde übrigens einmal von Mehmet Scholl, als dieser mit dem FC Bayern zu einem Benefizspiel zur Rettung des finanziell maroden FCR dort antrat, liebevoll als „wirklich süß“ bezeichnet. Fußball-Romantik eben.

Roentgenstadion_Remscheid_Lennep_01

Dem australischen Busch zum Verwechseln ähnlich: Röntgen-Stadion, Remscheid-Lennep

Was hat man nicht alles an drolligen Verschrobenheiten erlebt in der guten alten Zeit, vor allem, als der Verein zuerst unter dem ursprünglichen Namen BV 08 Lüttringhausen, dann als BVL Remscheid, schließlich dann als FC Remscheid insgesamt fünf Spielzeiten in der zweiten Liga absolvierte.

So dröhnte z.B. mangels eigenem Vereinslied, wegen der kompatiblen Vereinsfarben und auch aus einer gewissen Verbundenheit mit dem Gelsenkirchener Traditionsclub heraus bei jedem Heimspiel das Schalker Lied durchs Röntgen-Stadion, was den einen oder anderen Nicht-Remscheider Fußballfreund beim Besuch im Bergischen mit Sicherheit ziemlich irritiert hat.

„Dreimal L… Llllekkerland… Lllloch… Llllüttringhausen!“ Welcher Remscheider kennt diese legendäre Werbedurchsage noch?

Und für eine Ticketnummer, die mit einer „0“ endete, gab’s nach dem Spiel bei McDonald’s am Remscheider Markt bei Vorlage der Eintrittskarte ’nen Hamburger gratis. Eine Zeitlang jedenfalls.

Erstklassige Stadionwurst während des Spiels und die Chance auf ein geschenktes Labber-Fleischbrötchen nach Abpfiff. Hmmm… rückblickend betrachtet war meine Jugend doch gar nicht so übel, manchmal. 😉

Sportlich gab es ebenfalls ab und an echte Highlights zu feiern.

Ich erinnere mich an einen halben Gewissenskonflikt, als dem BV 08 Lüttringhausen anno 1984 im DFB-Pokal ausgerechnet der FC Bayern als Gegner zugelost wurde. Nach der Freude darüber, dass mein Herzensverein quasi in meinen Vorgarten kam, musste ich mir die Frage stellen, ob Lokalpatriotismus dieses eine Mal wichtiger sein sollte als Treue zum eigentlichen Lieblingsclub. Schlussendlich ging ich als eindeutig zu identifizierender Bayern-Fan zum Spiel, natürlich mit Personenschutz (Mama/Papa – ich war 11 Jahre alt, dass nur mal so nebenbei). Ich denke, nur mein offensichtlich zartes Alter und die Anwesenheit meiner erziehungsberechtigten Bodyguards bewahrten mich davor, den geballten Zorn des ohnehin als recht streitbar bekannten Remscheider Völkchens zu spüren zu bekommen. Ich gegen (abzüglich meiner Wenigkeit nebst Eltern) 14.997 Bayern-Hasser (das Pokalduell mit dem FCB hält bis heute den Zuschauerrekord im Röntgen-Stadion).

Dabei wollte ich doch nur kindlich unschuldig meine für mich sonst nur am Fernseher existenten Helden endlich „in echt“ sehen – den noch blutjungen, gerade erst zu den Bayern gewechselten Lothar Matthäus. Den „Stutzen runter und Vollgas“-Spielmacher Sören Lerby. Den knorrigen Klaus „Auge“ Augenthaler. Raimond Aumann im Tor. Ludwig „Wiggerl“ Kögl. Den viel zu oft unterschätzten Goalgetter Roland Wohlfarth. Und natürlich Trainerlegende Udo Lattek. Da konnten die „local heroes“ wie Keeper Andre Stocki, der legendäre Kurt Balewski oder Stürmer Frank „Hämmerlein“ Kremer auf Remscheider Seite zumindest nominell einfach nicht mithalten.

Sportlich allerdings konnten sie das an jenem Tag sehr wohl. Der Pokal und seine eigenen Gesetze: der BV 08 Lüttringhausen, der spätere FC Remscheid, machte es dem ruhmreichen FC Bayern an jenem Tag wirklich verdammt schwer. Hätte es eine Pokalsensation gegeben, man hätte sich auf bayerischer Seite nicht beschweren dürfen. Das muss man so deutlich sagen.

Mitten zwischen nicht gerade FCB-freundlichen Mit-Remscheidern bejubelte ich dann allerdings trotz des beherzten Auftritts des BVL nach 10 Minuten den Führungstreffer für den haushohen Favoriten (Torschütze: Roland Wohlfarth). Dass der Treffer aus klarer Abseitsposition erzielt wurde, ist zwar unstrittig, war mir in dem Moment aber egal. Aber ich gebe es jedes Mal, wenn ich danach gefragt werde, auch heute noch, ganz offen zu. Die Reaktionen des umstehenden Remscheider Fußballvolkes, zu dem ich an jenem Tag nun mal nicht gehörte, auf meinen Torjubel waren… nun ja… speziell für einen 11-jährigen leicht beängstigend. Aber, wie gesagt: Personenschutz + Welpenschutz. 😉 Es ging alles gut. Und ja, es war ein Abseitstor. Die ausgleichende Gerechtigkeit war dann wohl, dass der FC Bayern später das Pokalfinale sensationell mit 1:2 gegen Bayer 05 Uerdingen (!!!) verlor. Nach 1:0-Führung! Unfassbar.

So sah Sportfernsehen übrigens damals aus, Kids: 😉 Die „Sport-Reportage“ des ZettDehEff wies den BVL als „BSV Lüttringhausen“ aus. Schlampige Recherche, und das von den von meinen Eltern gezahlten Rundfunkgebühren! Bäh! BVL – Bayern gibt’s im untenstehenden Video ab 2:20. Rolf Töpperwien lügt allerdings bei der Zuschauerzahl wie gedruckt. FAST ausverkauft? Gegen Bayern? Geht’s noch?!?!?

Es gab allerdings auch genügend Gelegenheiten, sich ohne FCB-Brille als Remscheider ganz dem Lokalpatriotismus hinzugeben und dabei eine Menge Spaß zu haben. Schließlich kam der FC Bayern nicht jedes Jahr zum Gastspiel vorbei.

Als es noch keine eingleisige dritte Liga gab, sondern eine Aufstiegsrunde ausgespielt wurde, hatte der BVL 08 Remscheid in der Saison 1986/87 einen besonders prominenten Konkurrenten im Kampf um den Einzug in die 2. Bundesliga: Hertha BSC Berlin. Ja, die waren tatsächlich zwischenzeitlich drittklassig und spielten in der Gruppe Nord der Aufstiegsrunde unter anderem gegen Remscheid.

Damals war Berlin noch relativ weit davon entfernt, wieder Hauptstadt zu sein, trotzdem formulierte der damalige Hertha-Trainer Jürgen „Wundermann“ Sundermann die Anspruchshaltung gegenüber Remscheid ziemlich deutlich, und zwar so:

„Dieser Dorfverein darf nicht aufsteigen!“

Autsch’n.

Mangels Möglichkeit zum aufgrund fehlender Technik noch gar nicht erfundenen Social Media-Shitstorm griff man nach dieser infamen Beleidigung durch Sundermann zu den seinerzeit zur Verfügung stehenden und auch wirkungsvolleren Waffen: einem mit mächtig zornigen „Dörflern“ (inklusive meiner Wenigkeit) vollbesetzten Röntgen-Stadion – und großem Sport.

Mit Wut im Bauch und einem selten so derart leidenschaftlich erlebten Heimpublikum im Rücken gaben die Remscheider zwar alles, mussten sich der Hertha aber am Ende 1:2 geschlagen geben. Alles sah nach Bestätigung von Sundermanns Dorf-These aus – bis zum alles entscheidenden Rückspiel in Berlin, am letzten Spieltag der Aufstiegsrunde. Dem BVL 08 Remscheid gelang ein echtes Husarenstück – nach 0:1-Rückstand errang die Mannschaft einen 3:1-Auswärtssieg. Remscheid stieg so als Gruppenerster auf, die Hertha blieb für ein weiteres Jahr drittklassig. Sensationelles Ding. Ich weiß noch, wie ich bei der Aufstiegsfeier vor’m Rathaus stand und die Mannschaft vom Balkon gröhlte „Sundermann, Sundermann… ha ha ha!“  Herrlich 😉

Wie wir heute wissen, war der süße Geschmack der Rache ein eher flüchtiger Genuss. Während die Hertha aktuell von einem sensationell guten Tabellenplatz im Oberhaus grüßt, kämpft Remscheid gegen Absturz in die Siebtklassigkeit – nichtsdestotrotz… schön war’s. 😉

BVL_aufstiegsrunde_87_88

Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga 1986/87, Endstand in der Gruppe Nord. Schön. Einfach schön.

Ach ja, und im Pokal gab es auch magische Momente, bei denen ich dabeisein durfte. So z.B. in der 1. Hauptrunde anno 1986/87. Zu Gast im Röntgen-Stadion: der seinerzeit von Hannes Bongartz trainierte Bundesligist 1. FC Kaiserslautern, mit damaligen Topspielern wie Towart Gerry „Tarzan“ Ehrmann, Wolfram Wuttke und Markus Schupp, soff im Remscheider Regen ab und wurde vom seinerzeit drittklassigen BVL 08 Remscheid mit einem krachenden 3:0 wieder zurück in die Pfalz geschickt. Nix „Fritz-Walter-Wetter“ – es herrschte Remscheider Wetter (weshalb auch nur 7.000 im Stadion waren). Trotzdem, oder gerade deswegen: Hexenkessel Röntgen! 😉

Hach ja. Fußball-Romantik. *Schluchz*

Die gute, alte Zeit wird kaum zurückkommen. Aber ich hoffe einfach, dass der FCR nicht noch weiter Richtung Bedeutungslosigkeit rutscht.

Und diese Hoffnung bekam im Oktober ein neues Gesicht und einen neuen, wenn auch unter Fußballfans sehr wohl bekannten Namen: Thorsten Legat (der es übrigens überhaupt nicht mögen würde, dass ich hier „von den Vergangenheiten“ erzähle).

Vorstellen muss man Toto nicht mehr, seine jetzt schon legendären Pressekonferenzen, die eigentlich keine Sau interessiert hätten („Landesliga? Wat is dat denn?“), aber eben durch gelebte und verbalisierte Fußball-Leidenschaft aus der Masse herausstachen, haben ihm und dem FC Remscheid einen unverhofften Popularitätsschub beschert.

Klar, uns‘ Toto fiel schon desöfteren durch TV-Präsenz auf (Promiboxen hier, mit irgendwem irgendwas kochen da etc.), aber erst, seitdem er die blaue Trainingsjacke des FCR trägt, horcht die Nation bei der Nennung seines Namens kollektiv auf. Ha, wenn das Jürgen Sundermann wüsste!

Als schließlich die ersten Gerüchte bezüglich Legats Teilnahme beim alljährlichen RTL-Dschungel-Ringelpiez aufkamen, erwies sich der Coach als PR-Profi und bewerkstelligte es auf seine ureigenste Art, die Bombe nicht vor dem mit RTL vertraglich vereinbarten Termin platzen zu lassen:

Nun ist er also doch dabei. Klar, man könnte monieren, dass der FCR derzeit in einer mehr als bedrohlichen Tabellensituation steckt und der Absturz in die Siebtklassigkeit ein nur allzu realistisches Zukunftsszenario darstellt, und der Coach trotz dieser mehr als ernsten Lage mitten in der Vorbereitung auf die Rückrunde zwei Wochen lang (gegen Bezahlung) vor RTL-Kameras herumtollt und seine Mannschaft den Co-Trainern überlässt.

Typisch Provinz? Alle beim FCR durchgedreht und verantwortungslos? Der Anfang vom Ende des Vereins? Wie kann der Club so etwas genehmigen?

Langsam, Freunde.

Wie ich ja schon einmal festgehalten habe: im Fußball musst du dich nicht zuletzt auch flächendeckend selbst promoten. Fußball ist Business. Und rein marketingtechnisch hinkt der FCR selbst hinter weniger klangvollen Namen wie dem SV Hönnepel-Niedermörmter her. Um dem Verein einen Popularitätsschub zu geben und den Grundstein für eine bessere Zukunft zu legen – ohne Moos nix los – brauchte es frische Ideen und neue Konzepte. Und war schon die bloße Verpflichtung von Thorsten Legat ein echter Coup, war es noch einen Tick genialer, dem Coach die Teilnahme am Dschungelcamp zu erlauben. Eine große Bühne für Coach und Verein? Warum nicht eine TV-Sendung, die angeblich keiner schaut, die aber nachweislich die voyeuristischen Neigungen von Millionen befriedigt, quer durch alle gesellschaftlichen Schichten? Eben.

Spannendste Frage für mich als Remscheider: wird der Auftritt des Coaches nicht nur werbewirksam sein, sondern auch neue Hoffnung darauf wecken, dass der FCR den drohenden Abstieg aus der Landesliga doch noch abwenden kann? Gibt Legat einem das Gefühl, dass er das Ruder noch rumreißen kann, wenn er die letzte Kakerlake aus der Buxe geschüttelt hat und nach Remscheid zurückkehrt?

Meiner Meinung nach gibt es jedenfalls keinen anderen Favoriten auf die Dschungelkrone als uns‘ Toto. Das sieht er offenbar auch selbst so:

„Wenn mir eine Aufgabe gestellt wird, fokussiere ich mich wochenlang darauf. Voraussetzung ist für mich, nicht nur zu überleben, sondern auch den Leuten vor Ort zu helfen, die es nötig haben. Im psychologischen Bereich.“

Überleben wird Toto das Martyrium im Busch mit ziemlicher Sicherheit – für’s körperliche Wohl gibt es im Camp ja schließlich noch Dr. Bob.

Und was die angebotene Hilfe für die Mit-Camper „im psychologischen Bereich“ angeht, wird Toto mit Sicherheit keine Langeweile schieben müssen.

Dazu muss man sich nur die Berufsbezeichnungen der „Konkurrenz“ um die Dschungelkrone ansehen. Bordellbesitzer-Gattin. Ex-GNTM. Ex-dies. Ex-das. Typ, der vor gefühlt 20 Jahren mal für ein paar Wochen eine Talkshow moderiert hat, an die sich niemand mehr erinnern kann oder möchte. Und so weiter.

Unser Toto dagegen ist Cheftrainer des FC Remscheid. Er ist mit Werder Bremen deutscher Meister, deutscher Pokalsieger und Europopokalsieger geworden. Er musste sich nicht von quiekenden Heidis kaputtkritisieren oder sich eine Karriere beim Privatfernsehen zu Klump mobben lassen. So sieht’s doch aus!

Tabelle_Ausschnitt_Landesliga

Der ganze Ernst der Lage für den FCR in der Landesliga. Furchtbar. Einfach furchtbar.

Von einem Triumph des Coaches im RTL-Dschungel kann eine wichtige Signalwirkung für die Mannschaft des FC Remscheid ausgehen. Es geht hier vor allem um die Zukunft des Vereins! Und diese liegt mehr denn je in den Händen von Thorsten Legat. Die Würde des FC Remscheid wird auch im Busch verteidigt. Die richtige Einstellung bringt Toto auf jeden Fall mit. Und wie er uns höchstpersönlich bereits erklärte, ist diese immer Fakt!

Also – für den FC Remscheid! Für die Stadt! Für die Region! Und vor allem: für den Klassenerhalt! Mach‘ et, Toto!!!

Nov 052015
 

mann_ueber_wort_lattenkracher_iconZum Fußball: trotz des prominenten neuen Trainers, der nicht nur ein ehemaliger Bundesliga-Profi ist und bereits eine legendäre Pressekonferenz gegeben hat, sondern demnächst wohl auch im RTL-Dschungelcamp für einen gewaltigen Popularitätsschub des FC Re(h)mscheid sorgen wird, läuft es zur Zeit nicht ganz optimal beim bergischen Landesligisten. Zwar befindet sich der FCR im Niederrhein-Pokal durchaus auf Augenhöhe mit z.B. dem SC Kapellen-Erft und der SpVgg Sterkrade-Nord, aber offenbar deutlich unter dem Leistungsniveau des SV Hönnepel-Niedermörmter. 🙁

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Immer für ein Scherzchen gut: Thorsten Legat (Bildmitte).

Der Traditionsverein vom unteren Niederrhein bezwang den 1.FC Bocholt mit 2:0, während der FC Remscheid eine herbe 1:7-Schlappe gegen Rot-Weiß Oberhausen – vor gar nicht allzu langer Zeit noch ein Aufstiegskandidat zur höchsten deutschen Spielklasse – hinnehmen musste.

So viel Freude mir mein FC Bayern mit dem famösen 5:1 gegen Arsenal in der Champions League bereitet hat, so groß war die Enttäuschung darüber, dass meinem Heimatverein FC Remscheid die Pokal-Sensation mißlang.

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Der SV Hönnepel-Niedermörmter triumphiert und steht hochverdient im Viertelfinale des Niederrhein-Pokals. Eier inne Buxe!

Die Hoffnungen ruhen in Remscheid nun ganz auf dem medienerfahrenen Coach. Wird er womöglich bei seinem geplanten Exkurs in das anspruchsvolle Abend-TV RTL als neuen Hauptsponsor für den FC Remscheid gewinnen? Brechen damit vielleicht goldene Zeiten an? Wird es eine Reality-Show rund um den FCR geben? Wer weiß.

Tatsache ist: es muss auch und gerade im Marketing-/Promo-Bereich etwas passieren beim FCR. Denn wenn selbst der SV Hönnepel-Niedermörmter in diesem Bereich einen Schritt weiter ist, ist die Zeit zum Handeln definititv gekommen. Okay, der SV HöNie spielt eine Klasse höher als der FCR, aber ist das ein echtes Argument? Der FC Bayern hat sein „Mia san mia“, der BVB seine „Echte Liebe“. Und der SV Hönnepel-Niedermörmter? Der hat das hier:

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Und der FC Remscheid? Da sieht’s eher mau aus. Jetzt muss jetzt endlich was Griffiges her, das sich als identitätsstiftendes Motto verwenden lässt und zur Vermarktung des Vereins beiträgt. Thorsten Legat hat doch schon mustergültige Maßflanken geliefert! Wie wär’s einfach mit „Und der Rasen brennt“? Oder „Eier inne Buxe“, „Instinktmannschaft“, „Einfach eine Faszination“… man müsste nur zugreifen und etwas Mut zur Selbstironie beweisen. Legat hat ihn. Der Verein als solches auch?

Kasalla!!!