Jul 232015
 

mann_ueber_wort_ausgeguckt_icon_30021:15 Uhr:
In der vagen Hoffnung, dass mich die Bätschelohrette genügend runtergedummt hat, geht der Selbstversuch weiter. Ich rechne mit vielen „Hihihi“-Momenten.

21:16 Uhr:
Ach so. Okay. Jetzt habe ich das Konzept besser verstanden. Adam (Gaetano) und Eva (Beatrix) vom letzten Mal sind auch in dieser Folge wieder dabei, erst jetzt geht’s auf die „Insel der Liebe“. Und die übriggebliebenen Evas von vorigem Mittwoch – die dunkelhäutige (darf man das noch so schreiben?) Bahati (Rolle: Z-Promi-Aspirantin, Schnepfe) und die eigentlich gar nicht so unsympathisch wirkende Jeannina – erwarten Andre, den neuen Adam, der mit einer Menge Vorschusslorbeeren auf sein Gemächt gerade langsam gen „Insel der Versuchung“ paddelt. Explosiver Stoff, würde ich sagen.

21:17 Uhr:
Jeannina und Bahati hocken noch ohne Andre rum. Der paddelt noch. Ich wette, gleich wird mindestens eine der beiden „gestehen“, schon einmal heiße Erfahrungen mit dem eigenen Geschlecht gesammelt zu haben.

21:17 Uhr:
Bahati macht das Rennen. Klar. Sehr umsichtig von den RTL-Scriptdrohnen, die Rollen von Bahati und Jeannina nicht zu verwechseln. Ein paar „Hihihi“ später hätten wir das also geklärt.

21:18:
Schnitt auf die „Insel der Liebe“ zu Beatrix und Gaetano. Die Stimme aus dem Off weiß, wie’s läuft: „24 Stunden dürfen die beiden sich hier beschnuppern. Dann wissen sie, ob sie zueinander passen.“ Aha. Und der Hammer-Edit: „Ist der neue Partner eine Flasche (Schnitt auf Sekt- oder Champagnerflasche, kann ich nicht erkennen) oder ein KNALLER (Stopfen fliegt aus der Flasche)?“ Muahahaha.

21:18 Uhr:
Beatrix hat Plastikmoppen, aber eben auch diesen zugegebenermaßen irgendwie niedlichen, ungarischen Akzent. „Wir wärden uns das Insäl äntdäckähn…“ Niedlich. Jetzt mal ohne Ironie. Da, die Show hat eine geheime Leidenschaft meinerseits aufgedeckt! Selbsterkenntis per RTL! Oder einfach ein Moment der Schwäche?

21:19 Uhr:
Andre macht sich noch auf seinem Floß nackig, man sieht ihn rückseitig. Vom jetzt schon semi-legendären Gemächt ist deshalb logischerweise noch nix zu sehen. Dafür viel Gegend. Und Wasser.

21:21 Uhr:
Bahati erspäht Andre. „Scheiße. Mein Gooooott. Echt jetzt?“

21:22 Uhr:
Begrüßung von Adam und den Evas.

„Hallo.“

„Hallöchen. Ich bin die Schannina.“

„Hi. Moin.“

Feel the heat!

21:22 Uhr:
Um das Niveau komplett runterzufahren: nein, Andres Pillemann macht mich im geparkten Zustand in keinster Weise neidisch. Hihihi!

21:22 Uhr:
Auf Bahati macht Andre keinen Eindruck. Ach doch, schlechten. „Ich bin wirklich sprachlos. Ich dachte, nach Gaetano kann es nicht mehr schlimmer werden“, faucht sie. Gesichtsausdruck zwischen „tief enttäuscht“ und „persönlich beleidigt“ inklusive. Latin Lover ist also nix für sie, der eher blasse Dreadlock-Andre auch nicht – welcher Typ Mann wohl ihr Ding ist? Was haben sich die Scriptdrohnen von RTL einfallen lassen? Oder war in Bahatis Fall gar keine Kreativität nötig, weil das Leben selbst die besten Gags schreibt und die geilsten Klischees aus dem Hut zaubert? Man merkt schon, ich versuche, um meiner selbst Willen etwas Spannung zu erzeugen.

21:23 Uhr:
Einstandsidee von Andre: Strandpicknick! Die ungezwungene Atmosphäre, die bei der Betrachtung der zügellosen Schlemmerrorgie im Paradies entsteht, weckt in mir den Wunsch, ebenfalls alle Fesseln der Zivilisation abzustreifen und nackig weiterzugucken. Am besten vom Balkon aus, alles baumeln lassen, die tropisch schwüle Luft auf der Haut spüren und… scheiße, Nachbarn. Ich kann mich gerade noch beherrschen, die Chronistenpflicht geht vor.

21:24 Uhr:
Gähn.

21:25 Uhr:
Bahati weist dezent darauf hin, dass sie ja eigentlich eine „Person des öffentlichen Lebens“ sei. Nach einem garantiert nicht gescripteten Einwurf von Jeannina stellt sich heraus: für ihre hohe gesellschaftliche Position hat sich Bahati nach eigener Aussage qualifiziert, weil sie eine Ex vom allseits bekannten „Mörtel“ Lugner ist. Ihr wisst schon, steinalt, steinreich, Baulöwe, Wiener Opernball und so weiter. Beeindruckend. Wusste garantiert auch vorher keiner.

21:26 Uhr:
Andre schließt nicht aus, dass Bahatis Beziehung zu Lugner mit dessen „interessanter Persönlichkeit“ zu begründen sein könnte. „Weil, Leute die halt tatsächlich in ihrem Leben so viel Geld gemacht haben, die haben irgendwas.“ Yo, Andre. Geld. Geld haben die.

21:27 Uhr:
Bla bla bla. Gähn. Wachbleib-Getränk aufmachen.

21:28 Uhr:
Bahati gibt nun eilig zu Protokoll, dass sie keinen Sex mit Lugner hatte. „Hihihihi“. Der kann wohl altersbedingt nicht mehr. Aha. Aber Bahati hat natürlich trotzdem Kohle eingestrichen, nehme ich an. She works hard for the money… not.

21:28 Uhr:
Jeannina fragt Bahati, ob deren Brüste von Lugner seien. „Hihi.“ Bahati fragt entrüstet zurück: „Wie soll mir ein Mann denn Brüste, quasi, schenken?“ Hihihi.

21:29 Uhr:
Zickengedöns, uninteressant.

21:30 Uhr:
Wechsel zur „Insel der Liebe“. Beatrix und Gaetano chillen am Pier. Gaetano hat definitiv noch keinen Ständer. Dafür sind Weintrauben am Start, klar.

21:30 Uhr:
Beatrix: „Ich guckä dir immär auf dän Pänis!“ Und natürlich: „Hihihi“. Kann auch „Hahaha“ gewesen sein.

21:31 Uhr:
Zurück auf der „Insel der Versuchung“. Andre schnappt sich ’ne Klampfe und singt. Klingt echt nicht übel. Bahati singt irgendwann auch. Jeannina guckt betrübt, weil unmusikalisch. Dramatik pur.

21:32 Uhr:
Bahati sieht Andre jetzt „in einem anderen Licht“, wegen Gesang und Kreativität und so. Aha. Heißt übersetzt: Andre ist für Bahati nicht nur optisch unter ihrer Würde, sondern obendrein auch noch „too nice to fuck“. Aus den beiden wird also schon mal nix. Das ist immerhin mal glaubwürdig gescriptet, RTL!

21:35 Uhr:
Pipipause. Der Ausblick auf das, was folgt, verspricht endlich Andres Gemächt zum zentralen Thema der Folge zu machen. Hihihi.

21:43 Uhr:
„Insel der Liebe“ mal wieder. Gaetano kommen die Tränen, weil Beatrix angab, dass im Falle eines Hausbrands ein Foto ihrer Mama das Objekt wäre, das sie vor den Flammen retten würde. Ich bin irritiert: der „200 oder 300 Frauen gehabt, egal“-Typ scheint ECHT gerührt zu sein. Ich meine, ECHT. Hallo Regie! Da läuft was aus dem Ruder!

21:45 Uhr:
Meine Aufmerksamkeit leidet langsam. Ich kriege irgendwie mit, dass Gaetano laut Beatrix „Gäburtstag“ hat und sie ihm ein „Happy Birthday“ aus gesammelten Zweigen in den Sand legt und Frühstück macht. Hach!

21:45 Uhr:
Kurz eingenickt.

21:47 Uhr:
Nichts.

21:49 Uhr:
Gar nichts. Antworte auf Kommentare zu meinen FB-Posts.

21:50 Uhr:
„Insel der Versuchung“: Andre fällt nach eigener Aussage „fast immer nach vorne“, weil sein Gehänge so schwer ist. Hihihi. Oh, the heat is on!

21:51 Uhr:
Gespräche über Hackfleisch und Brüste und wieviel Gramm Hackfleisch denn die Brüste von Jeannina und Bahati entsprechen. So rein theoretisch. Hihihihi.

21:52 Uhr:
Andre repariert ein Hüttendach, die Gespräche drehen sich endlich, endlich um sein Gemächt. Sind aber zu „Hihihihi“, um zitatwürdig zu sein.

21:53 Uhr:
Bahati erklärt geduldig „so ’ne Theorie“ – den sicher nicht nur mir längst bekannten Unterschied zwischen Blut- und Fleischpenis (auf Bahatisch: „Blut-Wee-Wee“ und „Fleisch-Wee-Wee“). „Erektiv…? Heißt das nicht erektiv?“ Welcher Sorte der ganze Stolz von Andre zuzurechnen ist, ist aber trotz Bahatis Fachkompetenz immer noch nicht eindeutig zu ermitteln.

21:53 Uhr:
Jeannina vermutet bei Andre einen Fleischpenis. Der ist leicht pikiert. Wäre ich an seiner Stelle vermutlich auch. Aber bin ich ja zum Glück nicht. Hihihihi. Andre macht „Hohohoho“, als Jeannina ca. 50 cm einfordert. Ganz ehrlich… so langsam hab‘ ich genug von der Scheiße.

21:54 Uhr:
„Insel der Liebe“. Passiert aber nix. Ach doch, Beatrix und Gaetano müssen runter von der Insel. Jetzt geht’s ins „Resort“. Junge, die ganze Sache wird langsam echt komplex.

21:54 Uhr:
Die beiden müssen sich entscheiden ob Breakup oder romantisches Happy End blablabla.

21:55 Uhr:
Bin gerade etwas abgelenkt, da ich wieder auf Kommentare zu meinen Posts antworte, was die Wartezeit auf die nächste Pinkelpause elegant überbrückt, die – bei aller Routine – mit tödlicher Sicherheit spannender und lehrreicher wird als das momentane „Geschehen“ auf dem Bildschirm.

21:56 Uhr:
Immer noch leicht abgelenkt und… eyyyy… die ziehen sich an?!?

21:56 Uhr:
Ach so, jetzt wird’s romantisch, Dinner und so. Deshalb die Klamotten. Leuchtet ein.

21:57 Uhr:
Nichts.

21:58 Uhr:
Gar nichts.

21:58 Uhr:
Will ’n Eis.

21:59 Uhr:
Glück gehabt, da ist noch Vienetta Pistazie im Eisfach. Der Geräuschkulisse nach habe ich durch den kurzen Ausflug ums Eck in die Küche nichts verpasst.

22:00 Uhr:
Ich liebe Pistazieneis.

22:01 Uhr:
Es passiert was! Oder so ähnlich. Bahati drückt den Korken mit dem Korkenzieher in eine Weinflasche und kommt gar nicht erst auf die Idee, daran zu ziehen. Kann Lugner also doch noch und hatte einfach nur Angst vor Pannen-Sex mit Bahati? Fragen über Fragen… die ich alle ganz schnell vergessen möchte.

22:01 Uhr:
Andre ist betont optimistisch, „den Wein da schon irgendwie raus“ zu kriegen. Na dann.

22:10 Uhr:
Gruppenmassage! Aber nur den Rücken! Bahati hinten, Jeannina in der Mitte, Andre vorne. Während ich überlege, ob ich es hier jetzt mit prickelnder oder doch eher knisternder Erotik zu tun habe, fallen mir wieder kurz die Augen zu.

22:11 Uhr:
Jetzt wird’s heiß! Andre schlägt den Mädels einen Dreier vor. Na ja, zumindest schleicht er sich an das Thema ran, indem er fragt, ob die zwei Hübschen schon mal einen solchen gehabt hätten (was überhaupt nicht aufgesetzt oder gescriptet wirkt, sondern total spontan aus der Situation heraus, klar). Jeannina ist moderat entsetzt, Bahati bezeichnet sich in dem nun folgenden, nicht sehr ergiebigen Gespräch mehrmals als „Sexgöttin“. Wirkte aber wohl irgendwie nicht auf Lugner. Bahati fragt Andre, wie er denn bitteschön „in dieser Situation“ auf dieses Thema kommt! Also nee! Sowas! Bahati, komm bitte niemals auf die Idee, „echte“ oder „ernsthafte“ Schauspielerin zu werden. Bitte.

22:11 Uhr:
Bahati macht ganz klar, dass sie Andre definitiv nicht poppen wird (auch nicht one-on-one), sondern lieber auf den nächsten, „perfekten“ (sagt der Typ aus dem Off) Adam warten will. Viel Glück.

22:12 Uhr:
Zurück zu Beatrix und Gaetano. Die Nacht ist rum. Schweißnasse Händchen beim Publikum und auch beim Off-Sprecher. Hier der Originalwortlaut: „Dafür [dass sie nur die Nacht genossen und gechilled haben] seht ihr aber ganz schön ausgepowered aus. Und hungrig. Woran liegt das nur? Das kommt doch nicht vom nächtlichen Nichtstuuuun….ooooder?“ Ich kann die kollektiven „Hihis“ und „Hihihis“ vor den bundesdeutschen Bildschirmen förmlich hören.

Ernüchterung. Keine Knatter-Storys. Gaetano ist früh eingeschlafen. In der Hängematte.

„Jetzt denken die Leute, dass ich ’ne Pussy bin.“

„Hihihi.“

„Hab‘ ne heiße Frau neben mir und schlaf‘ ein, ja?“

„Hihi.“

„Haha.“

„Hihihi.“

22:12 Uhr:
Gaetano, du gefährdest deine Bonuszahlung! Du sollst dich hier nicht verlieben! Aber du siehst verliebt aus! Ganz ohne Regieanweisung! Stop! Du machst alles kaputt, was RTL hier aufgebaut hat! Und dein Hartwurst-Image, wegen dem RTL dich doch wohl ursprünglich eingekauft hat, kannst du nach deiner Heulattacke, dem Einpennen in der Hängematte und der wohl gar nicht so unechten Zuneigung zu Beatrix ebenfalls knicken! Mein Gott, wo sind die Medienprofis, wenn man sie braucht! Nimm dir ein Beispiel an Bahati, verdammt noch mal!

22:13 Uhr:
Okay, eins muss ich zugeben: die übliche RTL-Masche mit den x-mal wiederholten SloMos der Peinlichkeiten und extrem plakativer Zurschaustellung mentaler und/oder körperlicher Defekte von Kandidaten per Closeup gibt’s offenbar bei „Adam sucht Eva“ nicht. Dafür frei baumelnde Pimmel. Und Titten. Allerdings sonst nicht viel. Das ganze Ding ist ein durchchoreografiertes Zerrbild des Zwischenmenschlichen vor Postkartenkulisse. Mit Pimmeln. Und Titten. Für die nötige Portion Feierabend-Pörnchen, das die „Hihihi!“-Fraktion auch ja nicht überfordert. Einfach Hammelscheiße eben.

Es gibt Schlimmeres, oh ja. Aber kaum etwas Überflüssigeres oder Hohleres. Ausser der „Bachelorette“ vielleicht.

22:14 Uhr:
Zum guten Schluss kommt bei mir der Gedanke auf, dass ich den Selbstversuch vielleicht besser um eine Woche hätte verschieben sollen. Weil’s da offensichtlich trashiger wird. Denn da kommt, als Konkurrenz zum netten Andre, Achim auf die „Insel der Versuchung“. Ein getypecasteter Vollpfosten, der gegen die mörderische Langeweile dringend benötigte Antagonist, ungefähr meine Statur, der sein Ding „Mr. Torpedo“ nennt. Egal, ob er sich das selbst aus den Fingern gesogen hat oder ob das aus dem Anus eines RTL-Schreiberlings getröpfelt ist – mein Kopf tut weh. Viel Spaß, Bahati. Ob ich nächste Woche vielleicht doch noch mal… nein. Nein. Bei allem, was mir jetzt noch heilig ist… nein.

22:15 Uhr:
Erlösung. Schluss jetzt. Ich hab‘ ab sofort wieder wichtigere Zeitverschwendungen auf dem Plan. Hihihi.

mann_ueber_wortausgeguckt_es_ist_vorbei

Jul 222015
 

mann_ueber_wort_ausgeguckt_icon_300Okay. Ich zieh’s durch. Selbst wenn meine Augen bluten sollten wie einst die von LeChiffre in „Casino Royale“. Ehrenwort.

Dass meine altehrwürdige Glotze das noch erleben muss, tut mir fast ein bisschen weh…

Aber: mitgefangen, mitgehangen.

Oh leck mich fett…

…et geht los.

 

mann_ueber_wortausgeguckt_es_geht_los

Ich kann es kaum fassen – ich tu’s wirklich.

Jul 222015
 

mann_ueber_wort_ausgeguckt_icon_300Knabberkram? Check. Flüssiges? Check. Was noch? Medikamente? Nein, Einfluss von Betäubungsmitteln könnte meine Wahrnehmung zu stark beeinflussen. Ich will ja ungefiltert beurteilen können, was mir da kredenzt wird. Nach Abschluss des Experiments allerdings bin ich vermutlich für fast alles offen.

Hmmm… Taschentücher, falls die unaufgesetzte, pure Romantik während der „Nacht der Rosen“ alle Dämme brechen lässt? Check. Zollstock oder Bandmaß, um mich sofort mit Andre aus Hamburg vergleichen zu können, falls er wieder mal „positives Feedback“ für sein Dingens bekommt? Check!

Okay, das sollte reichen, alles andere würde zu sehr ablenken oder böse Vorurteile unterstützen.

Werde ich meine Entscheidung pro Selbstversuch schon gegen ca. 20:18 Uhr bereuen?

Jul 222015
 

mann_ueber_wort_ausgeguckt_icon_300Ach du dickes Ei. Heute ist es tatsächlich soweit. Ich werde mein Versprechen einlösen und den TV-Selbstversuch durchziehen. Die Gesprächspartnerin – nennen wir sie hier mal „Susanne“ (Name vom Autor geändert) – die diesen selbstlosen Akt im Namen der Hobby-Wissenschaft mitverschuldet hat, findet meine Initiative zwar prinzipiell schwer in Ordnung, warf mir bei einer kurzen Begegnung heute morgen auf dem Weg zur Arbeit aber trotzdem vor, viel zu voreingenommen an die Sache heranzugehen. Das wäre ja aus meinen gestrigen Postings klar herauszulesen.

Meine Antwort (wichtiger Hinweis: Susanne hört „nur Charts, 80er und Schlager“): „Ich kann da auch nur so unvoreingenommen herangehen, wie du an ein Slipknot-Konzert herangehen würdest.“

Susannes Reaktion: Kopfschütteln. Dann ein gemurmeltes „Ja, hmm, okay, so gesehen haste Recht, irgendwie“. Mehr Zustimmung konnte ich nicht erwarten. Geht für mich schon klar.

Mein Abend mit Alisa, der Lehrerin auf der Suche nach Perfektion im zusammengecasteten Haufen von Nageldesignern und Lebenskünstlern, den erotischen Evas und dem prächtig bestückten Adam auf der „Insel der Versuchung“ und dem Kampf gegen meine Voreingenommenheit rückt näher.

Mist, ich muss vorher noch dringend einkaufen.

Um das Gewusel im örtlichen Kaufland lockerer zu nehmen, werde ich mir Susanne vorstellen, wie sie tatsächlich ein Slipknot-Konzert besucht. Selbstversuch gefällig, Susi? 😉

Jul 212015
 

mann_ueber_wort_ausgeguckt_icon_300Und weiter geht’s mit den Vorbereitungen auf meinen TV-Selbstversuch (s. unten und weiter unten).

Auch die erste Folge der aktuellen „Adam sucht Eva“-Staffel ging irgendwie an mir vorbei, also habe ich auch hier ein wenig im Archiv gewühlt. Im Gegensatz zu der im Grunde total perfekten Bachelor(ette)-Nummer, bei der ich vorbelastet war, kannte ich nur das grobe Konzept der Show. Also: Infos eingeholt.

Kulisse: natürlich Postkarte. Mehrere Frauen, nackig (ganz), und Kerl, nackig (auch ganz). „Huch, guck‘ mal! Hihihi!“-Porno (oder auch: Pörnchen) für die ganz Verklemmten also. Das Ganze findet auf zwei Inseln statt. Es gibt eine „Insel der Versuchung“, wo die potenziell perfekten Evas auf den erhofft potenten und perfekten Adam treffen. Ach, kennt eigentlich noch jemand den grandiosen Film „Insel der Wollust“ mit dem noch grandioseren Helmut Berger, der früher mindestens einmal im Jahr bei VOX lief? Nein? Glück gehabt.

Jedenfalls lernen sich die Kandidaten auf der „Insel der Versuchung“ erst mal kennen – oder so ähnlich. Titten gucken hier, Pimmann gucken da halt. So wie im richtigen Leben, bloß sind hier eben alle schon von Anfang an nackig. Warum auch nicht, geht am FKK-Strand ja auch so. Eigentlich perfekt!

Und RTL ist sich einfach auch seiner Verantwortung bewusst, seinen Kandidaten mögliche Enttäuschungen in Sachen Physis des Kopulationspartners in spe – zu klein, zu schmal, zu (un)behaart, zu Plastik – zwar nicht zu ersparen, sie aber wenigstens ohne viel Gedöns umgehend damit zu konfrontieren, um entsprechende Kommentare der Protagonisten zu provozieren.

Dann kann man auf diese Kommentare clevere SlowMo-Sequenzen mit fein auf das gerade Gesagte abgestimmter Musik folgen lassen, die die mehr oder weniger perfekten Körperstellen dann passend untermalt präsentieren. So z.B. bei Pimmann-Closeup: je nach Sachlage Inner Circle -„Sweat (A la la la la long)“ oder 20 Fingers – „Short Dick Man“.

Bei Closeup auf dicken Hintern: Toy Dolls – „Nelly The Elephant“.

Plastikmöpse-Closeup: beliebiger Song mit „Boom“ oder besser „Boom Boom“ im Titel oder Text. Mein Vorschlag für letzteres: Vengaboys mit „Boom Boom Boom Boom!!“.

Man kennt die Masche ja. Perfekte Unterhaltung. Oder ist das bei dieser Show etwa anders? Eine Abkehr von der üblichen Formel? Ich bin mal gespannt. Immer diese Vorurteile.

Nach der initialen Fleischbeschau wird jedenfalls Konversation betrieben – oder so ähnlich. Wie ich den Berichten entnommen habe, zeigten dabei letzte Woche sowohl der Adam als auch die Evas deutlich, von welcher Palme sie heruntergeschüttelt wurden. War wohl keine sehr hohe.

Ach ja, und dann gibt es die „Insel der Liebe“ (logisch), auf die sich der Adam dann irgendwann zum Probeknattern mit der von ihm erwählten Eva zurückzieht. Wie ich erfahren habe, hat sich am Ende der ersten Folge der nach eigenen Angaben hyperpotente, nahezu perfekte Adam („200 oder 300 Frauen gehabt, ist doch egal“), mit einer der Evas abgeseilt. Fraglich ist für mich jetzt noch, ob das bedeutet, dass mir morgen Abend nur noch zwei Evas zum Bewundern bleiben, oder ob da seitens RTL wieder aufgefüllt wird. Oder ganz ausgetauscht? Egal, den Evas, die dann halt da sind, wird ein neuer Adam vorgesetzt. Der heißt diesmal Andre, 29, aus Hamburg, 1,90m, Profi-Musiker, hat auch ’nen Master in BWL. Hui! Perfekt!

Andre bekommt – so wird er in der Personenbeschreibung von RTL zitiert – „immer gutes Feedback für mein bestes Stück“. Die Erwartungshaltung in Sachen Pimmann schraubt sich so natürlich bundesweit bereits in schwindelerregende Höhen. Tendenz: „Oho!“ statt „Hihi!“ Zumal mir diverse weibliche Augenzeugen der mir entgangenen letzten Folge zuraunten, dass es der dort erwählten Eva zu wünschen wäre, dass das Gemächt ihres Adam bei entsprechender Stimulation mehr Respekt einflößt als im baumelnden Zustand. Dazu kann ich nichts sagen, hab‘ ich nicht gesehen. Wie auch immer, ich merke schon, ich habe letzte Woche enorm wichtige soziokulturelle Entwicklungen und Beobachtungen einfach verpasst.

Derart vorgebildet bin ich nun guter Dinge, dass sich sowohl mein Männer- als auch mein Frauenbild morgen Abend… aber das hatten wir schon im letzten Post. Noch einmal schlafen, und ich werde mich dem perfekten TV-Erlebnis, dem Rausch wahrer Liebe und gelebter Romantik und dem Thrill von knallhartem Strandsex hingeben dürfen. Das wird aber mal so was von perfekt!

Jul 212015
 

mann_ueber_wort_ausgeguckt_icon_300Da mein Selbstversuch in Sachen TV jetzt beschlossene Sache ist (s. unten), geht es nun an die Vorbereitungen.

Das wirklich Tolle im Lebens eines Menschen, der Trash-TV ablehnt, ist ja, dass man trotzdem über den ganzen Mist zumindest ansatzweise im Bilde ist. Gespräche von Kollegen oder bei Aldi an der Kasse, Klatschmeldungen, die man eigentlich überlesen möchte, aber deren erste Worte oder Zeilen man im Vorbeirauschen trotzdem aufsaugt – das unnütze und ungewollte Wissen bahnt sich seinen Weg ins Hirn. Auch ich bin davor nicht gefeit. Ich musste z.B. feststellen, dass ich viel mehr über den „Bachelor“ bzw. die „Bachelorette“ wusste, als mir lieb ist.

Da ich die bisherigen Folgen der aktuellen „Bachelorette“-Staffel aus unerfindlichen Gründen verpasst habe, musste ich trotzdem ein wenig recherchieren.

Ich gestehe: ich habe tatsächlich eine komplette Folge des allerersten Auftauchens des „Bachelor“ auf deutschen Bildschirmen gesehen. Ich wurde nicht gezwungen, aber auch unverschämterweise nicht davon abgehalten. Den seinerzeit getätigten Schwur „Einmal und NIE wieder!“ werde ich also morgen im Dienste der Hobby-Wissenschaft brechen.

Was ich noch grob wusste und was sich offenbar bis heute nicht geändert hat:

Traummann bzw. Traumfrau am Start. Sucht Traumpartner(in). Ohne RTL natürlich eine unlösbare Aufgabe. RTL stellt Traummann/Traumfrau eine ganze Horde Kandidatinnen bzw. Kandidaten zur Auswahl, bei denen natürlich absolut überhaupt kein Typecasting stattgefunden hat.

Die ganze Truppe wird, na klar, in eine Traumvilla verfrachtet. Es wird gequatscht (im Rahmen der individuellen Möglichkeiten), geflirtet (siehe „gequatscht“), es werden Gruppen- und Einzeldates veranstaltet. Alles natürlich traumhafte Aktivitäten in traumhafter Kulisse vor der Linse von traumhaft diskreten Kameraleuten.

Dann gibt’s am Ende einer Folge die „Nacht der Rosen“. Romantik pur. Wer bleiben darf, kriegt vom Objekt der allgemeinen Begierde ’ne Rose, dem Vernehmen nach oft unter vielen völlig echten und aus tiefster Seele kommenden Tränen. Man hat ja so gekämpft für diese wirklich absolut einmalige Chance auf den Traummann/die Traumfrau! Schnüff! Die Ausgesiebten kriegen nix – außer den Koffer vor die Tür gestellt (und vielleicht ein Plätzchen in der RTL-Restverwurstungsmaschinerie). Und so weiter, bis eine bzw. einer übrigbleibt.

Großes Finale. Kitsch, Tränchen, Piano und Geige. Truh loff forewwa! Bis, nach dem Finale, mit schöner Regelmäßigkeit die welterschütternde Pressemeldung erscheint, die uns mitteilt, dass sich das Traumpaar der Nation inzwischen aufgrund „unüberbrückbarer Differenzen“, aber nach einer „intensiven und schönen gemeinsamen Zeit“ (zwei Tage bis drei Wochen) wieder getrennt hat. Hach. Wer hätte das gedacht. Fairerweise muss ich erwähnen, gelesen zu haben, dass die „Bachelorette 2014“ namens Anna und ihr „Traummann Marvin“ tatsächlich „immer noch schwer verliebt“ sind. Okay. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Soweit der Ablauf. Meinen Informationen nach ist die aktuelle Bachelorette die 27-jährige Lehrerin Alisa aus Berlin, der „zum perfekten Glück“ natürlich noch der „Mr. Right“ fehlt. Na, perfekt! Alisa ist überzeugt: „Das sind doch optimale Voraussetzungen: Man trifft 20 tolle Männer, erlebt mit ihnen unglaublich schöne Sachen und es herrscht Urlaubsstimmung – das ist einfach perfekt!“ Ja! Perfekt! Eine gebildete Frau, zudem noch berufen zur intellektuellen Förderung unseres Nachwuchses, muss es schließlich wissen. Und zwar perfekt! Wie stellt sie sich nun ihren Traumpartner vor? „Er sollte humorvoll sein, intelligent, authentisch, ehrlich, offen, treu – eben einfach perfekt!“ Perfekt formuliert!

Bevor mir angesichts von soviel Perfektion aufgrund zahlreich vorhandener, eher weniger perfekter Eigenschaften meinerseits die Schamesröte ins Gesicht steigt, noch ein Blick auf die Kandidaten, oder, wie RTL es formuliert, „die bunte Mischung aus Pädagoge, Nageldesigner und Fitnesstrainer sowie Bademeister, Architekt und Lebenskünstler“. Ich habe schnell herausgefunden, dass der Bademeister schon raus ist, ebenso wie der 20-jährige mit der Dante-Frisur. Und noch ein paar andere, die ich morgen Abend nicht zu sehen bekommen werde. Und der Rest? Die Bildchen aus dem „heißen Foto-Shooting“ machen mir klar: „So sexy sind die 20 Kandidaten!“ Ich bin sprachlos. Kurzzeitig.

Derart vorgebildet bin ich nun guter Dinge, dass sich sowohl mein Männer- als auch mein Frauenbild morgen Abend drastisch verbessern werden und ich einiges nicht mehr so verbissen sehen werde… der Fernsehabend wird einfach so was von perfekt!

Jul 212015
 

mann_ueber_wort_ausgeguckt_icon_300Ich habe heute eine vermutlich folgenschwere Entscheidung getroffen.

Ich nehme an einem Experiment teil – besser gesagt, ich führe dieses Experiment sogar selbst durch – das mein mentales Wohlergehen sowie meinen Blick auf einen Großteil meiner Mitmenschen nachhaltig beeinflussen könnte.

Dabei fing alles ganz harmlos an. Ich hatte gestern eine Diskussion über eines meiner bevorzugten Aufreger-Themen: Volksverdummung durch Trash-TV. Dabei wurde mir von meiner Gesprächspartnerin (Name dem Autor bekannt) verdeutlicht, dass ich zu dem Thema eigentlich gar nichts sagen darf, da ich am aktiven Konsum von Verdachtsfällen, Betrugsfällen, Schicksalen, Schwiegertöchter-Suchen, Bachelors sowie Bacheloretten, den Insel-Pimmeleien von Eva suchenden Adams usw. ja gar nicht teilnehme. „Wie kannst du kritisieren, was du gar nicht kennst?“ wurde mir entrüstet entgegengeschleudert.

Mein mit schmerzverzerrtem Gesicht vorgetragenes Geständnis, u.a. durchaus mal ’nen Blick auf die nachmittäglichen Attacken auf die Hirnsubstanz bei RTL & Co. riskiert und sogar mal „Frauentausch“ gesehen zu haben, zählte nicht. Und mein vernichtendes Urteil ebenfalls nicht. „Ich dachte, du bist nicht so oberflächlich! Du musst da mal ein bisschen Zeit investieren, sonst kannst du dir doch gar kein Urteil bilden!“ Mein trotziges „Doch, kann ich, verdammte Hacke!“ verhallte ungehört.

Obwohl ich nach wie vor nicht daran zweifle, dass mir ein kurzer Blick auf z.B. „Verdachtsfälle“ tatsächlich genügt, um es als den absolut unterirdischen Scheißdreck zu erkennen, der es meiner unmaßgeblichen und ganz persönlichen Meinung nach nun mal ist – ganz einfach, weil ich meine Präferenzen in Sachen Unterhaltung und Mindestniveau in allen Lebensbereichen sehr gut kenne – reifte in mir ein gewagter Plan…

… ein Experiment. Oder besser: ein Selbstversuch. Oh ja.

Der morgige Abend bietet eine perfekte Gelegenheit, diesen Plan schleunigst in die Tat umzusetzen, denn wie ein paar schnelle Klicks zeigen, gibt’s da bei RTL einen Doppelpack, wie er repräsentativer wohl kaum sein könnte: um 20:15 Uhr „Die Bachelorette“, und gleich im Anschluss „Adam sucht Eva – Gestrandet im Paradies“. Mega-Mittwoch bei RTL!!! Whooo-hooo!

Also dann, liebe Gesprächspartnerin von gestern. Der Selbstversuch sieht so aus: ich werde morgen tatsächlich meinen heiligen Feierabend investieren und mir beide (!) Shows ansehen. Komplett. Von Anfang bis Ende. Ungeachtet der möglichen Schmerzen in allen Körperteilen sowie Schäden an inneren Organen.

Aber glaub‘ ja nicht, dass ich das unkommentiert über mich ergehen lassen werde. Erfahrungsbericht folgt.

Muss mich jetzt mental vorbereiten. Bis dahin gibt’s für euch einen Klassiker von Oliver Kalkofe, einem der letzten Rächer der TV-Lobotomierten.

Jul 202015
 

mann_ueber_wort_ausgeguckt_icon_300Als notorischer Film- und Serien-Verschlinger konnte ich ohne eine Film – und TV-Kategorie einfach nicht auskommen.

Bevor aber der Verdacht aufkeimt, ich würde meine Freizeit klassisch vor der Glotze verbringen: abgesehen vom Live-Sport habe ich mich inzwischen vom TV-Sklavendasein emanzipiert. Habe das werbeblockgesteuerte Pinkelpausen-Diktat, das Gebundensein an vorgegebene Anfangszeiten und das Ertragen von per deppenfreundlichem Schnitt bis zur Unkenntlichkeit verstümmelter Filme und Serien hinter mir gelassen. Kein schwerer Schritt: eine stattliche Privatsammlung jederzeit glotzbaren Materials und teils auch das inzwischen nicht mehr ganz so neue Phänomen der Streaming-Dienste bieten schließlich genug Alternativen.

Zu finden sein werden in dieser Blog-Kategorie sowohl Guckbefehle meinerseits an die Leserschaft als auch z.B. herzhaftes Auskotzen über hirnsubstanzzersetzende Trash-TV-Selbstversuche oder Empfehlungen für den nicht ganz so gewöhnlichen Geschmack.

Wenn es zeitlich zwischen den ganzen anderen zu erwartenden Schreibdurchfällen hinhaut, wird es im Rahmen von „Ausgeguckt“ auch eine eigene kleine Serie über Machwerke geben, die den Weg in meine „So Scheiße, dass es wieder geil ist“-Sammlung gefunden haben, in die nur Filme aufgenommen werden, die so unfassbar mies sind, dass sie aus eben dieser Tatsache einen enormen Unterhaltungswert ziehen und speziell bei ein, zwei Bierchen in geselliger Runde für mehr Lacher sorgen als die meisten „echten“ Komödien. Wer also noch nie von Sternstunden des Zelluloid-Mülls wie „Megashark vs. Giant Octopus“ oder „Birdemic“ gehört hat, kann hier die eine oder andere Bildungslücke schließen – wie gesagt, wenn es für mich zeitlich hinhaut.

Und sollte es mich mal jucken, den neuesten Super-Über-Mega-Leinwand-Blockbuster verbal zu filetieren, werde ich mich auch nicht zurückhalten. Ich hasse übrigens 3D. Wirklich. Ich kann es nicht leiden. Dreckshype. Und der Hauptgrund, warum ich nur noch selten ins Kino gehe. Ich merke gerade, diese Abneigung allein dürfte schon die Ursache mehrerer zukünftiger Schreibdurchfälle sein. 😉