Jan 152016
 

mann_ueber_wort_lattenkracher_iconHeute erfolgt der Anpfiff zum Kakerlaken-Sitting in der australischen „Wildnis“ – und ich guck’s mir allen Ernstes an. Dabei wollte ich nach den bei meinem Selbstversuch gemachten Erfahrungen nie wieder Reality-TV glotzen. Aber hey, Grimme-Preis-Nominierung und so, falls sich daran noch jemand erinnert. Ich bin beim Fremdschämen also in guter Gesellschaft. Ob Bildungsbürger, ob Ballermann-Proll – die Faszination Dschungelcamp kennt ja seit jeher keine sozialen Schranken.

Ausserdem – es sei hier noch mal betont – gibt es für mich nur einen ganz bestimmtem Grund, mir das anzutun: die Teilnahme von Thorsten Legat, seines Zeichens Trainer meines Heimatvereins FC Remscheid.

Wer verstehen will, warum ich mich ausgerechnet wegen Thorsten Legat dem Stress des Dschungelcamp-Guckens aussetze, muss auch Fußball-Romantik und Fußball-Nostalgie verstehen, und wie sie auf das Gemüt eines Fußball-Verrückten wirken. Wobei besagte Nostalgie recht wenig mit Legat, aber umso mehr mit dem FC Remscheid zu tun hat.

Zwar schlägt mein Herz seit frühester Jugend für den Stern des Südens – nicht zuletzt aufgrund meiner Faszination für das Spiel eines der genialsten Duos in der Geschichte des deutschen Fußballs, Paul Breitner und Karl-Heinz Rummenigge. Das heißt aber nicht, dass ich die großartigen Fußball-Momente vergessen hätte, die in früheren Zeiten quasi direkt vor meiner Haustür stattfanden. Und die ich für kleines Geld, versorgt mit der zwischenzeitlich (laut offiziellem Test durch das Fachmagazin Kicker) besten Stadion-Bratwurst der Nation, dafür ohne vor dem Remscheider Regen schützendes Tribünendach über dem seinerzeit noch üppig behaarten Kopf, erleben durfte.

Ich bin meinem verstobenen Vater übrigens sehr dankbar für seine Toleranz und seine Integrationsfähigkeit – als gebürtiger Wuppertaler, Wohnsitz-Remscheider und Fußballfan war er nämlich eigentlich im Herzen immer noch dem Wuppertaler SV verbunden, zwang mich aber trotzdem nicht grundlos ins Stadion am Zoo, sondern ging mit mir bei zahlreichen Gelegenheiten zum FCR. Aufgrund seiner Wurzeln war das beileibe keine Selbstverständlichkeit! Danke, Paps.

Hach, damals… als Fußball-Romantik noch Fußball-Alltag war, weil: es gab ja nix anderes. Jedenfalls nicht in Remscheid.

Das Röntgen-Stadion wurde übrigens einmal von Mehmet Scholl, als dieser mit dem FC Bayern zu einem Benefizspiel zur Rettung des finanziell maroden FCR dort antrat, liebevoll als „wirklich süß“ bezeichnet. Fußball-Romantik eben.

Roentgenstadion_Remscheid_Lennep_01

Dem australischen Busch zum Verwechseln ähnlich: Röntgen-Stadion, Remscheid-Lennep

Was hat man nicht alles an drolligen Verschrobenheiten erlebt in der guten alten Zeit, vor allem, als der Verein zuerst unter dem ursprünglichen Namen BV 08 Lüttringhausen, dann als BVL Remscheid, schließlich dann als FC Remscheid insgesamt fünf Spielzeiten in der zweiten Liga absolvierte.

So dröhnte z.B. mangels eigenem Vereinslied, wegen der kompatiblen Vereinsfarben und auch aus einer gewissen Verbundenheit mit dem Gelsenkirchener Traditionsclub heraus bei jedem Heimspiel das Schalker Lied durchs Röntgen-Stadion, was den einen oder anderen Nicht-Remscheider Fußballfreund beim Besuch im Bergischen mit Sicherheit ziemlich irritiert hat.

„Dreimal L… Llllekkerland… Lllloch… Llllüttringhausen!“ Welcher Remscheider kennt diese legendäre Werbedurchsage noch?

Und für eine Ticketnummer, die mit einer „0“ endete, gab’s nach dem Spiel bei McDonald’s am Remscheider Markt bei Vorlage der Eintrittskarte ’nen Hamburger gratis. Eine Zeitlang jedenfalls.

Erstklassige Stadionwurst während des Spiels und die Chance auf ein geschenktes Labber-Fleischbrötchen nach Abpfiff. Hmmm… rückblickend betrachtet war meine Jugend doch gar nicht so übel, manchmal. 😉

Sportlich gab es ebenfalls ab und an echte Highlights zu feiern.

Ich erinnere mich an einen halben Gewissenskonflikt, als dem BV 08 Lüttringhausen anno 1984 im DFB-Pokal ausgerechnet der FC Bayern als Gegner zugelost wurde. Nach der Freude darüber, dass mein Herzensverein quasi in meinen Vorgarten kam, musste ich mir die Frage stellen, ob Lokalpatriotismus dieses eine Mal wichtiger sein sollte als Treue zum eigentlichen Lieblingsclub. Schlussendlich ging ich als eindeutig zu identifizierender Bayern-Fan zum Spiel, natürlich mit Personenschutz (Mama/Papa – ich war 11 Jahre alt, dass nur mal so nebenbei). Ich denke, nur mein offensichtlich zartes Alter und die Anwesenheit meiner erziehungsberechtigten Bodyguards bewahrten mich davor, den geballten Zorn des ohnehin als recht streitbar bekannten Remscheider Völkchens zu spüren zu bekommen. Ich gegen (abzüglich meiner Wenigkeit nebst Eltern) 14.997 Bayern-Hasser (das Pokalduell mit dem FCB hält bis heute den Zuschauerrekord im Röntgen-Stadion).

Dabei wollte ich doch nur kindlich unschuldig meine für mich sonst nur am Fernseher existenten Helden endlich „in echt“ sehen – den noch blutjungen, gerade erst zu den Bayern gewechselten Lothar Matthäus. Den „Stutzen runter und Vollgas“-Spielmacher Sören Lerby. Den knorrigen Klaus „Auge“ Augenthaler. Raimond Aumann im Tor. Ludwig „Wiggerl“ Kögl. Den viel zu oft unterschätzten Goalgetter Roland Wohlfarth. Und natürlich Trainerlegende Udo Lattek. Da konnten die „local heroes“ wie Keeper Andre Stocki, der legendäre Kurt Balewski oder Stürmer Frank „Hämmerlein“ Kremer auf Remscheider Seite zumindest nominell einfach nicht mithalten.

Sportlich allerdings konnten sie das an jenem Tag sehr wohl. Der Pokal und seine eigenen Gesetze: der BV 08 Lüttringhausen, der spätere FC Remscheid, machte es dem ruhmreichen FC Bayern an jenem Tag wirklich verdammt schwer. Hätte es eine Pokalsensation gegeben, man hätte sich auf bayerischer Seite nicht beschweren dürfen. Das muss man so deutlich sagen.

Mitten zwischen nicht gerade FCB-freundlichen Mit-Remscheidern bejubelte ich dann allerdings trotz des beherzten Auftritts des BVL nach 10 Minuten den Führungstreffer für den haushohen Favoriten (Torschütze: Roland Wohlfarth). Dass der Treffer aus klarer Abseitsposition erzielt wurde, ist zwar unstrittig, war mir in dem Moment aber egal. Aber ich gebe es jedes Mal, wenn ich danach gefragt werde, auch heute noch, ganz offen zu. Die Reaktionen des umstehenden Remscheider Fußballvolkes, zu dem ich an jenem Tag nun mal nicht gehörte, auf meinen Torjubel waren… nun ja… speziell für einen 11-jährigen leicht beängstigend. Aber, wie gesagt: Personenschutz + Welpenschutz. 😉 Es ging alles gut. Und ja, es war ein Abseitstor. Die ausgleichende Gerechtigkeit war dann wohl, dass der FC Bayern später das Pokalfinale sensationell mit 1:2 gegen Bayer 05 Uerdingen (!!!) verlor. Nach 1:0-Führung! Unfassbar.

So sah Sportfernsehen übrigens damals aus, Kids: 😉 Die „Sport-Reportage“ des ZettDehEff wies den BVL als „BSV Lüttringhausen“ aus. Schlampige Recherche, und das von den von meinen Eltern gezahlten Rundfunkgebühren! Bäh! BVL – Bayern gibt’s im untenstehenden Video ab 2:20. Rolf Töpperwien lügt allerdings bei der Zuschauerzahl wie gedruckt. FAST ausverkauft? Gegen Bayern? Geht’s noch?!?!?

Es gab allerdings auch genügend Gelegenheiten, sich ohne FCB-Brille als Remscheider ganz dem Lokalpatriotismus hinzugeben und dabei eine Menge Spaß zu haben. Schließlich kam der FC Bayern nicht jedes Jahr zum Gastspiel vorbei.

Als es noch keine eingleisige dritte Liga gab, sondern eine Aufstiegsrunde ausgespielt wurde, hatte der BVL 08 Remscheid in der Saison 1986/87 einen besonders prominenten Konkurrenten im Kampf um den Einzug in die 2. Bundesliga: Hertha BSC Berlin. Ja, die waren tatsächlich zwischenzeitlich drittklassig und spielten in der Gruppe Nord der Aufstiegsrunde unter anderem gegen Remscheid.

Damals war Berlin noch relativ weit davon entfernt, wieder Hauptstadt zu sein, trotzdem formulierte der damalige Hertha-Trainer Jürgen „Wundermann“ Sundermann die Anspruchshaltung gegenüber Remscheid ziemlich deutlich, und zwar so:

„Dieser Dorfverein darf nicht aufsteigen!“

Autsch’n.

Mangels Möglichkeit zum aufgrund fehlender Technik noch gar nicht erfundenen Social Media-Shitstorm griff man nach dieser infamen Beleidigung durch Sundermann zu den seinerzeit zur Verfügung stehenden und auch wirkungsvolleren Waffen: einem mit mächtig zornigen „Dörflern“ (inklusive meiner Wenigkeit) vollbesetzten Röntgen-Stadion – und großem Sport.

Mit Wut im Bauch und einem selten so derart leidenschaftlich erlebten Heimpublikum im Rücken gaben die Remscheider zwar alles, mussten sich der Hertha aber am Ende 1:2 geschlagen geben. Alles sah nach Bestätigung von Sundermanns Dorf-These aus – bis zum alles entscheidenden Rückspiel in Berlin, am letzten Spieltag der Aufstiegsrunde. Dem BVL 08 Remscheid gelang ein echtes Husarenstück – nach 0:1-Rückstand errang die Mannschaft einen 3:1-Auswärtssieg. Remscheid stieg so als Gruppenerster auf, die Hertha blieb für ein weiteres Jahr drittklassig. Sensationelles Ding. Ich weiß noch, wie ich bei der Aufstiegsfeier vor’m Rathaus stand und die Mannschaft vom Balkon gröhlte „Sundermann, Sundermann… ha ha ha!“  Herrlich 😉

Wie wir heute wissen, war der süße Geschmack der Rache ein eher flüchtiger Genuss. Während die Hertha aktuell von einem sensationell guten Tabellenplatz im Oberhaus grüßt, kämpft Remscheid gegen Absturz in die Siebtklassigkeit – nichtsdestotrotz… schön war’s. 😉

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Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga 1986/87, Endstand in der Gruppe Nord. Schön. Einfach schön.

Ach ja, und im Pokal gab es auch magische Momente, bei denen ich dabeisein durfte. So z.B. in der 1. Hauptrunde anno 1986/87. Zu Gast im Röntgen-Stadion: der seinerzeit von Hannes Bongartz trainierte Bundesligist 1. FC Kaiserslautern, mit damaligen Topspielern wie Towart Gerry „Tarzan“ Ehrmann, Wolfram Wuttke und Markus Schupp, soff im Remscheider Regen ab und wurde vom seinerzeit drittklassigen BVL 08 Remscheid mit einem krachenden 3:0 wieder zurück in die Pfalz geschickt. Nix „Fritz-Walter-Wetter“ – es herrschte Remscheider Wetter (weshalb auch nur 7.000 im Stadion waren). Trotzdem, oder gerade deswegen: Hexenkessel Röntgen! 😉

Hach ja. Fußball-Romantik. *Schluchz*

Die gute, alte Zeit wird kaum zurückkommen. Aber ich hoffe einfach, dass der FCR nicht noch weiter Richtung Bedeutungslosigkeit rutscht.

Und diese Hoffnung bekam im Oktober ein neues Gesicht und einen neuen, wenn auch unter Fußballfans sehr wohl bekannten Namen: Thorsten Legat (der es übrigens überhaupt nicht mögen würde, dass ich hier „von den Vergangenheiten“ erzähle).

Vorstellen muss man Toto nicht mehr, seine jetzt schon legendären Pressekonferenzen, die eigentlich keine Sau interessiert hätten („Landesliga? Wat is dat denn?“), aber eben durch gelebte und verbalisierte Fußball-Leidenschaft aus der Masse herausstachen, haben ihm und dem FC Remscheid einen unverhofften Popularitätsschub beschert.

Klar, uns‘ Toto fiel schon desöfteren durch TV-Präsenz auf (Promiboxen hier, mit irgendwem irgendwas kochen da etc.), aber erst, seitdem er die blaue Trainingsjacke des FCR trägt, horcht die Nation bei der Nennung seines Namens kollektiv auf. Ha, wenn das Jürgen Sundermann wüsste!

Als schließlich die ersten Gerüchte bezüglich Legats Teilnahme beim alljährlichen RTL-Dschungel-Ringelpiez aufkamen, erwies sich der Coach als PR-Profi und bewerkstelligte es auf seine ureigenste Art, die Bombe nicht vor dem mit RTL vertraglich vereinbarten Termin platzen zu lassen:

Nun ist er also doch dabei. Klar, man könnte monieren, dass der FCR derzeit in einer mehr als bedrohlichen Tabellensituation steckt und der Absturz in die Siebtklassigkeit ein nur allzu realistisches Zukunftsszenario darstellt, und der Coach trotz dieser mehr als ernsten Lage mitten in der Vorbereitung auf die Rückrunde zwei Wochen lang (gegen Bezahlung) vor RTL-Kameras herumtollt und seine Mannschaft den Co-Trainern überlässt.

Typisch Provinz? Alle beim FCR durchgedreht und verantwortungslos? Der Anfang vom Ende des Vereins? Wie kann der Club so etwas genehmigen?

Langsam, Freunde.

Wie ich ja schon einmal festgehalten habe: im Fußball musst du dich nicht zuletzt auch flächendeckend selbst promoten. Fußball ist Business. Und rein marketingtechnisch hinkt der FCR selbst hinter weniger klangvollen Namen wie dem SV Hönnepel-Niedermörmter her. Um dem Verein einen Popularitätsschub zu geben und den Grundstein für eine bessere Zukunft zu legen – ohne Moos nix los – brauchte es frische Ideen und neue Konzepte. Und war schon die bloße Verpflichtung von Thorsten Legat ein echter Coup, war es noch einen Tick genialer, dem Coach die Teilnahme am Dschungelcamp zu erlauben. Eine große Bühne für Coach und Verein? Warum nicht eine TV-Sendung, die angeblich keiner schaut, die aber nachweislich die voyeuristischen Neigungen von Millionen befriedigt, quer durch alle gesellschaftlichen Schichten? Eben.

Spannendste Frage für mich als Remscheider: wird der Auftritt des Coaches nicht nur werbewirksam sein, sondern auch neue Hoffnung darauf wecken, dass der FCR den drohenden Abstieg aus der Landesliga doch noch abwenden kann? Gibt Legat einem das Gefühl, dass er das Ruder noch rumreißen kann, wenn er die letzte Kakerlake aus der Buxe geschüttelt hat und nach Remscheid zurückkehrt?

Meiner Meinung nach gibt es jedenfalls keinen anderen Favoriten auf die Dschungelkrone als uns‘ Toto. Das sieht er offenbar auch selbst so:

„Wenn mir eine Aufgabe gestellt wird, fokussiere ich mich wochenlang darauf. Voraussetzung ist für mich, nicht nur zu überleben, sondern auch den Leuten vor Ort zu helfen, die es nötig haben. Im psychologischen Bereich.“

Überleben wird Toto das Martyrium im Busch mit ziemlicher Sicherheit – für’s körperliche Wohl gibt es im Camp ja schließlich noch Dr. Bob.

Und was die angebotene Hilfe für die Mit-Camper „im psychologischen Bereich“ angeht, wird Toto mit Sicherheit keine Langeweile schieben müssen.

Dazu muss man sich nur die Berufsbezeichnungen der „Konkurrenz“ um die Dschungelkrone ansehen. Bordellbesitzer-Gattin. Ex-GNTM. Ex-dies. Ex-das. Typ, der vor gefühlt 20 Jahren mal für ein paar Wochen eine Talkshow moderiert hat, an die sich niemand mehr erinnern kann oder möchte. Und so weiter.

Unser Toto dagegen ist Cheftrainer des FC Remscheid. Er ist mit Werder Bremen deutscher Meister, deutscher Pokalsieger und Europopokalsieger geworden. Er musste sich nicht von quiekenden Heidis kaputtkritisieren oder sich eine Karriere beim Privatfernsehen zu Klump mobben lassen. So sieht’s doch aus!

Tabelle_Ausschnitt_Landesliga

Der ganze Ernst der Lage für den FCR in der Landesliga. Furchtbar. Einfach furchtbar.

Von einem Triumph des Coaches im RTL-Dschungel kann eine wichtige Signalwirkung für die Mannschaft des FC Remscheid ausgehen. Es geht hier vor allem um die Zukunft des Vereins! Und diese liegt mehr denn je in den Händen von Thorsten Legat. Die Würde des FC Remscheid wird auch im Busch verteidigt. Die richtige Einstellung bringt Toto auf jeden Fall mit. Und wie er uns höchstpersönlich bereits erklärte, ist diese immer Fakt!

Also – für den FC Remscheid! Für die Stadt! Für die Region! Und vor allem: für den Klassenerhalt! Mach‘ et, Toto!!!

Jan 132016
 

mann_ueber_wort_arne_h_avatar_300„Ey, dein Blog is‘ tot! Du schreibst ja gar nix mehr! Ja, ja, alles anfangen, aber NIX zuende bringen!“

Und dann das Killer-Argument: „Und ich hab‘ gesehen, dass du anscheinend wieder rauchst! Aber dazu haste auch nix geschrieben! Gar nix! Feige Sau!“

Nun mal langsam mit den jungen Pferden und auch mit den alten Schlachtrössern.

Stimmt, der Blog war nun für einige Zeit mausetot. Aber so ist das mit dem Real Life und seinen Anforderungen. Band-Aktivitäten, ein Vollzeit-Job, oberflächliche amouröse Eskapaden ohne Nachhaltigkeit… aber auch Phasen der Bocklosigkeit und Wochen ohne Anflug von Inspiration, weil mein ständig mit irgendwas beschäftigtes Köpfchen teilweise hart an der Kapazitätsgrenze entlangschrammte. Was halt so passiert, wenn man gerade mal irgendwo unterwegs ist, um am Leben aktiv teilzunehmen, anstatt überlange Texte in den Rechner zu kloppen. So was kommt vor. Auch bei mir.

Was die Rauch-Problematik angeht: tja, den totalen Verzicht habe ich tatsächlich (noch) nicht erreicht. Ich habe mich aber wohl vom Kettenraucher zum reinen Gelegenheits- und Party-Raucher entwickelt, was zwar bei weitem nicht das Triumphgefühl auslöst, wie es die beabsichtigte Verwandlung zum totalen Nichtraucher wohl vermocht hätte, aber eben auch nicht so übel ist. Ich werde mein vorläufiges Fazit des Aufhör-Versuchs auf jeden Fall noch posten, aber es war mir einfach nicht möglich, dem ursprünglichen Plan zu folgen und so eine Art Tagebuch zu führen.

Schau’n mer mal nach vorne: in nächster Zeit wird es in Sachen Schreibdurchfälle wohl wieder ein wenig besser aussehen. Ohne das Maul zu voll zu nehmen, sehe ich in nahezu allen Themenbereichen neue Posts am mentalen Horizont. Was nicht nur, aber auch mit den in der bloglosen Phase stattgefundenen Aktivitäten zu tun hat. Und ja, ich meine damit durchaus nicht nur, aber eben auch die erwähnten (Selbstzitat) „oberflächlichen amourösen Eskapaden ohne Nachhaltigkeit“ (Selbstzitat Ende). „The Ballad Of Johnny Crock“ wurde als Blog-Kategorie ja nicht zuletzt zu dem Zweck geschaffen, der Tragik zwischenmenschlicher Dramen mit einer ordentlichen Prise bitterbösem Humor entgegenzuwirken. Es ist wohl langsam mal an der Zeit.

„Was ist denn mit dem Gaming-Blog?“

Ja, ja, im Jahresend-Urlaub habe ich mir frecherweise nach einer gefühlten Ewigkeit auch mal wieder Zeit für ein Hobby genommen, das zwar weniger unter „am Leben teilgenommen“ verbucht werden kann, dafür aber nach wie vor Spaß macht. Meistens. Da hat sich einiges angestaut, das per Schreibdurchfall entsorgt werden müsste. Warum ich in letzter Zeit halb-ernsthaft über die Anschaffung eines Schäferhundes nachdenke, warum ich momentan überall, wo ich gehe und stehe, den unwiderstehlichen Drang fühle, jede Konservendose, jede Waschmittelpackung und jeden Tischventilator einzusammeln, und warum ein „Replay“ dreier persönlicher Klassiker mich zu der Erkenntnis brachte, dass mich eine Atemmaske und ein stark an Geflügel erinnerndes Fahrgestell bei Frauen gar nicht stören, wenn der Charakter stimmt, wird es bald zu lesen geben.

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Wenn ich zocke, bringt das immer wieder interessante Erkenntnisse über mich selbst hervor. Man kann z.B. aus einem Katzen-Typ wie mir (zumindest vorübergehend) doch einen fanatischen Hunde-Verteidiger machen.

„Und, meine Fresse, wo bleibt der Metal-Blog?!?“

Der eigentliche Stein des Schreibdurchfall-Anstoßes ist mitnichten tot. Gerade durch die jüngsten eigenen Band-Aktivitäten mit Green Ink Machine haben sich einige ursprünglich für „Schwermetall ist das Gesetz“ geplante Themen wieder in mein Bewusstsein gestohlen. Zudem bin ich am 04.02.2016 beim Slipknot-Konzert im Düsseldorfer ISS Dome dabei, was mich endlich zu einem weiteren lange geplanten Beitrag treiben wird, und ich habe meine Musiksammlung einer kritischen Analyse unter schwermetallischen Gesichtspunkten unterzogen, was als Inspirationsquelle für neue Blogposts auch nicht gerade ungeeignet war. Da kommt also was.

„Wird es noch mal ein TV-Experiment geben, oder befürchtest du bei Wiederholung irreparable Schäden?“

Da sind wir beim heißesten Thema. Verdammte Axt, RTL. Das gibt’s doch nicht. Da laden die tatsächlich ausgerechnet den weit über die Grenzen des Bergischen Landes hinaus bekannten Trainer des FC Re(h)mscheid zum diesjährigen Krokodilklöten-Futtern und Kakerlaken-Baden nach Australien ein. Perfider geht’s ja wohl kaum! Ihr WOLLT doch, dass ich wieder kostbare Lebenszeit abzapfe, um minutiöse Protokolle von Thorsten Legats Weg zum Dschungelkönig anzufertigen, so wie damals von der Bätschelohrette und dem Verklemmten-Pörnchen – oder, RTL??? Ihr wisst ganz genau, dass ich als guter Remscheider UND Fußballfanatiker mit Faible für Kuriositäten – und mit festem Glauben daran, dass der FC Remscheid mit Thorsten Legat den richtigen Trainer hat, um den Klassenerhalt zu schaffen – wieder schwächeln und meine Prinzipien zumindest beugen werde.

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„So wie ich mich einschätze, kann ich für alle im Camp ein Vorbild sein.“ – Thorsten L., derzeit im Aktivurlaub in A., arbeitet sonst in R.

Na schön, Radio Television Luxemburg. Machen wir einen Kompromiss. Ich werde meinen Instinkten (ich bin schließlich Instinktschreiber!) nachgeben und tatsächlich etwas zu diesem Thema schreiben. Bevor ich es heimlich gucke und es für den Rest meines Lebens verschweigen muss, mache ich es lieber so. Aber: kein Protokoll diesmal. Oh nein. Mir schwebt ein anderer Stil vor, in dem ich das Schauspiel mit dem Instinkttrainer in der Hauptrolle abhandeln werde.  Für Thorsten Legat gibt es schließlich (auch dann, wenn er in Australien einer bezahlten Nebentätigkeit nachgeht) laut eigener Aussage nur „Fußball, Fußball, Fußball“. Dem will und werde ich natürlich Tribut zollen. Ich tue das nicht für euch, RTL. Sondern aus Verbundenheit zu Remscheid. Und aus Sympathie für Thorsten Legat. Nur um das klarzustellen.

Okay, am Wochenende geht’s dann wohl los… man liest sich. 😉