Sep 082015
 

mann_ueber_wort_metal_iconBehauptung: „Metal? Das klingt doch alles gleich!“

Antwort: Bullshit.

Wenn man von „Metal“ spricht, spricht man dann überhaupt von EINER fest definierten Musikrichtung? EINEM Stil? Nein. Oh nein.

„Metal“ ist über die Jahre und Jahrzehnte zu einem weit gefassten Begriff geworden, nicht unähnlich dem allgemeinen Sammelbegriff „Rock“. Das ist auch der Grund dafür, dass ich hier nur den Begriff „Metal“ und nicht das klassische „Heavy Metal“ verwende. Letzteres ist heute die Bezeichnung für die ursprüngliche Form dieser Musikrichtung, begründet und geprägt von den „Urvätern“ Black Sabbath oder auch Judas Priest. Heavy Metal ist quasi zum Subgenre des Oberbegriffs „Metal“ geworden, vertreten durch die teils immer noch aktiven klassischen Bands und jene, die traditionsbewusst in die musikalischen Fußstapfen der Heroen der frühen Jahre treten.

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Noch sehr jung und sehr haarig: die Metal-Urväter Black Sabbath in Originalbesetzung (1970)

Überhaupt: Subgenres. Davon gibt es im Metal eine beachtliche Menge. Und auch wenn ich nachvollziehen kann, dass das ungeübte Ohr sich schwertut, die Unterschiede zwischen diesen Subgenres herauszuhören – im Metal herrscht eine musikalisch-stilistische Vielfalt, die für Außenstehende fast schon verwirrend sein kann. Und die Unterschiede sind teilweise erheblich.

Beispiel: Glam Metal, auch bekannt als Hair Metal – von mir übrigens mit der Ausnahme der grandiosen und extrem (!) augenzwinkernden Steel Panther abgelehnt – und Thrash Metal – von mir übrigens geliebt – sind so unterschiedlich wie Mahatma Gandhi und Conan der Barbar. Mindestens.

Ich persönlich bin eigentlich dazu übergegangen, stramme Gitarrenmusik, egal welcher Richtung, einfach nur noch als „Rock“ zu bezeichnen. Vor allem der Einfachheit halber, wenn unkundige Mitmenschen – stolz verkündeter Musikgeschmack: „alles, was gerade aktuell ist“ (WÜRG!) – mir ein Gespräch über Musik aufzwingen wollen. Es macht mir allerdings neuerdings wieder vermehrt Spaß, Plastik-Musikkonsumenten den Begriff „Metal“ ganz bewusst genüsslich um die Ohren zu hauen. Einfach um zu sehen: Unwissenheit und Klischeedenken sind noch nicht ausgestorben. Herrlich. Da haben wir hier ja einiges zu tun. 😉

Wie das Bildchen unten zeigt, wäre der eine oder andere Nichtmetaller mit den zahlreichen Ausprägungen von Metal höchstwahrscheinlich überfordert.

mann_ueber_wort_schwermetall_subgenres

Diese Liste der Subgenres erhebt noch nicht einmal Anspruch auf Vollständigkeit. Aber sind all diese Kategorien im Metal nicht der klare Beweis für Schubladendenken? Und Schubladendenken ist doch eigentlich bäh? Mehr dazu im nächsten Blog-Post („Schubladendenken is for Pussies“).

„Klassicher“ Heavy Metal: Judas Priest – „Breaking The Law“

Power Metal: Helloween – „Judas“

Metalcore (und nein, die Songs müssen in diesem Subgenre nicht zwingend mit Gebrüll anfangen): Killswitch Engage – „Beyond The Flames“

Thrash Metal: Slayer – „Raining Blood“

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