Sep 082015
 

mann_ueber_wort_zock_icon_300Seitdem ich mit zarten 8 Jahren meine erste Begegnung mit einem „Space Invaders“-Automaten hatte und diesen sofort für die großartigste technische Leistung der Menschheit hielt (ich war nun mal noch SEHR jung und relativ leicht zu beeindrucken), hat mich das Gaming (dass damals übrigens noch gar nicht offiziell so hieß) nie wirklich losgelassen.

Vom Atari VCS 2600 über C64 und Amiga bis zum PC und diversen Konsolen habe ich die Entwicklung des Mediums die letzten Jahrzehnte hindurch bei (meist) vollem Bewusstsein miterlebt. Und ja: ich zocke immer noch – was bei nicht wenigen Mitmenschen für Reaktionen sorgt, die von mitleidigem Lächeln bis hin zu spontaner Gottesanrufung reichen. Wobei mich der Spott von Menschen, die Gaming als Kinderkram abqualifizieren, um sich dann – ohne schamesrot zu werden – Abend für Abend dem geballten geistigen Dünnschiss von RTL & Co. hinzugeben, schon lange nicht mehr trifft.

Als Veteran des elektronischen Zockens habe ich quasi zwangsläufig eine andere Sicht auf das Medium als ein 14-jähriger „Assassin’s Creed“-Fähnchensammel-Achievement-Junkie. Viele der Begleiterscheinungen des Aufstiegs des Gaming zum Multimilliarden-Business gehen mir nicht nur dezent, sondern sogar extrem auf den Beutel. Und auch beim Zocken an sich liegen meist Welten zwischen meinen Prioritäten und denen der Kids.

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„Mama, ich habe Gott gesehen!“ – „Echt? Hatte er weißes Haar und ’nen Rauschebart?“ – „Nö, ’nen Joystick und ’nen Fire-Button!“ Ich war erst Acht. Nicht vergessen. 😉

In „For Those About To Zock“ werde ich in unregelmäßigen Abständen sowohl Loblieder auf Perlen des Gaming als auch wüste Schimpftiraden in Richtung Spiel gewordener Spaßbremsen und nervtötender Auswüchse auf der Business-Seite abliefern. Alles natürlich streng subjektiv aus der Sicht des Alt-Gamers. Und ja, ich besitze zwar so eine Art Konsolen-Museum und habe eine Playsie, aber ich bin ein grundsätzlich überzeugter und eingefleischter PC-Gamer. Das kann nämlich, entgegen der scheinbar landläufigen Meinung, auch den einen oder anderen Vorteil haben. Hmmm, dazu sollte ich wohl auch mal einen Schreibdurchfall provozieren. 😉

Ich will dem von mir hochverehrten Senior Gamer-Blog hier keinesfalls Konkurrenz machen – das wäre meiner Meinung nach sowieso ein recht sinnloses Unterfangen (jawohl, dies ist ein Ausdruck der Bewunderung, Herr Kollege harzzach!). Ich finde nur, dass noch viel mehr alte Gamer-Säcke mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg halten sollten. Und sei es nur, um dem pausenlosen „Awesome!“-Gekreische der Marketing-Cheerleader und den über weite Strecken gänzlich von Ecken und Kanten befreiten Ergüssen der Fachpresse etwas entgegenzusetzen. Respect your elders! 😉

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