Sep 082015
 

mann_ueber_wort_ballad_icon_300Ja, ja. Das Leben. Diese alte Drecksau.

Speziell ab einem gewissen Alter fühlt man sich als Mensch ohne feste Partnerschaft nur zu oft als Schiffbrüchiger, als menschliches Treibgut, das immer wieder gegen die Klippen geschmettert wird und einfach nie das ersehnte Ufer erreicht, während der Rest der Welt gleichzeitig selig lächelnd von der Reling eines üppig ausgestatteten Luxusliners herüberwinkt und unbeeindruckt von schwerem Seegang fröhlich durchs Glück schippert.

Ui, großes Pathos! Was soll man von so einer Einleitung halten?

Verzerrte Wahrnehmung? Rückgratloses Gejammer? Alles selbst schuld?

Die Antworten lauten „Ja“, „Teilweise“, und wieder „Teilweise“. Über verzerrte Wahrnehmung, rückgratloses Gejammer und Eigenverschulden werde ich mich in dieser Blog-Kategorie noch zur Genüge auslassen. Also schön der Reihe nach. Nicht alles auf einmal im ersten Post. Ist ja nur so ’ne Art Intro. Durchatmen. Man wird ja nicht jünger.

Halten wir mal für den Moment einfach fest, dass folgendes Fakt ist: speziell für ältere Single-Säcke wird es mit der vorbeihuschenden Zeit nicht gerade leichter.

Vor allen Dingen dann nicht, wenn es ihnen offenbar schwerfällt, aus Fehlern zu lernen und die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Und dann noch das Anstrengendste: das Gelernte und die im Kopf längst gezogene Konsequenz dann auch noch in die Tat umzusetzen! Mann, das Leben verlangt wirklich verdammt viel! Drecksau.

Dabei sollte die angesammelte Lebenserfahrung doch eigentlich dafür sorgen, dass sich irgendwann eine gewisse Souveränität einstellt. Beziehungen hat man geführt, lange und kurzlebige. Man hat doch seine Lehren daraus gezogen. Denkt man. Es gab Phasen, in denen man das Singledasein sogar in vollen Zügen genossen hat. Angeblich. Freundschaft Plus? Ist auch nicht die Lösung für die Ewigkeit, aber das geht okay, man hat Spaß. Meistens. Und das Leben abseits des Beziehungskarussells hat man doch eigentlich voll im Griff. Job, Hobbies, Kumpels – alles im Lack. Wo liegt dann bitte das gottverdammte Problem?

Könnte es am Ende sogar sein, dass das Leben gar keine so üble alte Drecksau und deswegen nicht zwangsläufig an allem Schuld ist, sondern man nur das erntet, was man sät, wenn man sich nicht wie eine Dreck-, aber wie eine ziemlich dumme Sau verhält? Fragen, Fragen, Fragen.

Die Irrungen und Wirrungen und die Tragikomik eines immer-wieder-Single-Daseins im fortgeschrittenen Alter, die Unfähigkeit zur Umsetzung guter Vorsätze, falsche Beuteschemata und das Unvermögen von diesen abzulassen, Torschlusspanik und emotionale Krampfzustände, beste Absichten, die im verhaltenspsychologischen Desaster enden, Hoffnungsschimmer und bäuch- wie rücklings auf dem blanken Wohnzimmerboden liegend verbrachte schlaflose Nächte, gefühlte Nuklearexplosionen im Brustkorb und mögliche Auswege aus all diesem Bullshit, den man eigentlich zu 0,0% nötig hätte, in den man aber immer wieder mit traumwandlerischer Sicherheit hineinstolpert – aus diesem Stoff liesse sich eine epische Ballade schmieden. Ich versuche eine Annäherung daran in sporadischen Schreibdurchfällen zu dieser heiklen Thematik.

Oh, und Moment mal… wer zum Henker ist eigentlich dieser Johnny Crock?!?

Ach ja, der. Der ist die allerärmste Sau. Und oft obendrein auch noch eine ziemlich dumme. Wartet’s ab und lest selbst, wenn’s soweit ist, mit der ersten „richtigen“ Folge zu starten.

  2 Kommentare zu “Drecksäue, Krampfzustände und die allerärmste Sau”

  1.  

    da bin ich mal schwer gespannt als wer oder was sich Johnny Crock entpuppt. schöner cliff-hanger Arne! 🙂 oder besser teaser? 😉
    macht Lust auf mehr. ich bin erste abo-inhaberin, oder? 😉
    Gut’s nächtle!

  2.  

    Zur Zeit bist du die erste und auch einzige Abo-Inhaberin. 😉 Danke für dein Vertrauen. 🙂

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